Alles begann mit einem zerbrochenen Teller

Vor über 10 Jahren habe ich meinen Masterabschluss in
Kunstgeschichte und Soziologie gemacht.
Vor der mündlichen Prüfung war ich unfassbar aufgeregt. Dankbar, dass meine Oma
meine Masterarbeit gelesen und für gut befunden hatte, rief ich sie auch direkt
nach der Prüfung an und sagte ihr, dass ich bestanden habe. Aber sie meinte nur: „Ach, das weiß ich doch längst. Der Teller von deiner
Uroma ist grad von der Wand gefallen. Ich hebe dir die Scherben auf.“
Diesen Teller schenkte sie mir dann, eingewickelt
in einem Zier-Taschentuch. Diese ruhten lange Zeit im Schrank. Als meine geliebte
Oma starb, erinnerte ich mich an die Scherben und
packte sie behutsam aus. Ich hatte von der Kintsugi Methode gehört, besorgte
mir alle Materialien und reparierte damit den Teller.
Stück für Stück klebte ich die Teile wieder zusammen, veredelte sie mit
Goldstaub.
Der Prozess, den Teller wieder zusammen zu kleben war für mich auch ein Prozess.
Als der Teller wieder heil war fühlte sich mein
Herz auch etwas geheilter an.

Kintsugi – nicht nur eine Reparaturmethode, sondern auch eine Philosophie

In meinen Augen kann das Verarbeiten von Trauer, Verlust oder Verletzungen auch
über das physische Handwerk geschehen. Indem wir reparieren, reparieren wir
nicht nur das kaputte Stück, sondern auch uns selbst. Es ist ein Prozess der Bewältigung.
Die Technik des Kintsugi lehrt uns auch, dass wir aus Fehlern lernen dürfen und
noch gestärkter aus Krisen herausgehen dürfen, wenn wir mit ihnen umgehen
lernen.
Sie ist eine Philosophie, die auf der Wertschätzung des Unvollkommenen und der
Akzeptanz von Wandel und Vergänglichkeit basiert.
Die Methode feiert die Geschichte und den Wert eines Objekts, indem sie seine
Reparaturen und Mängel sichtbar macht und damit das Konzept des
"Wabi-Sabi" widerspiegelt, das die Schönheit des Unvollkommenen und
Vergänglichen betont.

Kaschmir Kintsugi – wie das Gold auf den Pullover kommt

Kaschmir ist einer der wertvollsten Stoffe der Welt – er ist weich, anschmiegsam und wärmend.
Ein Kaschmirpullover fühlt sich an wie eine schützende Umarmung.
In meinen Augen passt es also wunderbar ins Konzept des Kintsugi, das Prinzip
auch auf beschädigte Kaschmirkleidung anzuwenden.
Bei Kaschmir Kintsugi werden hochwertige Pullover mit kleinen Makeln wie Löcher
oder Flecken mit goldenem Faden repariert. So werden Fehler nicht nur behoben,
sondern die sichtbaren Reparaturen verleihen den Objekten eine einzigartige
Ästhetik und betonen ihre individuelle Geschichte.
Anstatt die Reparatur als Mangel zu betrachten, wird sie als integraler und
schöner Teil des Objekts angesehen.

Kintsugi– nicht nur schön, sondern auch nachhaltig

Kintsugi gibt uns die Möglichkeit, Dinge, die andernfalls weggeworfen
worden wären, zu reparieren und damit weiter zu nutzen.
Damit werden die auf der Erde vorhandenen Ressourcen geschont.
Pullover, die in der Verbrennung oder im Schredder gelandet wären, bekommen so
ein zweites Leben und Erfahren Wertschätzung.
Bei Kaschmir ist auch der Aspekt des Tierwohl zu betrachten: Die Wollproduktion
ist häufig mit Tierleid verbunden, Bauern werden ausgebeutet. Kaschmirkleidung
zu reparieren bedeutet also, kein erneutes Tierleid hervorzurufen.
Bei Kaschmir Kintsugi kannst du bereits reparierte Pullover kaufen oder dein
Lieblingsstück reparieren lassen.